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Pressebericht “Neue Presse” Coburg 20.09.2004
Verkehrssicherheitstraining für Senioren
“Viele Unfälle passieren beim Einparken”
Die Kreisverkehrswacht Coburg veranstaltete am Samstag die Aktion
“Mobil bleiben. Aber sicher”.
Zu diesem schon zur Tradition gewordenen Verkehrssicherheitstag für
Senioren auf dem Parkplatz der Firma Kaeser hatte die Verkehrswacht
Coburg eingeladen und 18 Männer und Frauen frischten dabei ihre
Erfahrungen beim Einparken, Bremsen und Ausweichen wieder auf. Unter
den Augen fachkundiger Fahrlehrer übten die Senioren das Einparken
und Wenden. Die Schwierigkeit bestand darin, in einem nur sechs mal
sechs Meter großen Hof vorwärts einzufahren und vorwärts wieder
auszufahren. Die richtige Blickführung, so Carl-August Groeschke,
ist bei diesem Fahrmanöver sehr wichtig. “Viele Unfälle passieren
ganz einfach beim Einparken”.
“Immer wieder schauen”
Die Frage, wie und wann beim Slalom das Lenkrad einzuschlagen ist,
wussten die Fahrlehrer Thomas Carl, Herbert Seifert und Franz Gross
aus ihrer langjährigen Erfahrung leicht zu beantworten. “Schauen und
immer wieder schauen ist beim Slalomfahren besonders wichtig”. Diese
Lenkbewegungen, so betonte es Carl-August Groeschke, seien beim
Wiedereinscheren nach einem Überholvorgang genauso.
Bei diesem Verkehrssicherheitstag für Senioren ging es vor allem
darum, vorhandene Defizite auszugleichen. Viele Senioren haben im
Laufe der Jahre ein eigenes Rechtsbewusstsein entwickelt und kennen
ganz einfach neue Verkehrszeichen nicht mehr. Ulrich Bosecker,
Polizeioberkommissar bei der Coburger Polizeiinspektion, ging in
seinem Vortrag gezielt auf die besondere Situation des Alters und
den körperlichen Gebrechen alter Menschen ein. Was darf ich in einer
verkehrsberuhigten Zone? Was muss ich auf einer Kraftfahrstraße
besonders beachten?
Axel Bauer, Sachverständiger beim TÜV, informierte über verschiedene
Themen. Wie funktioniert der Airbag oder wie verhält sich das
Kurvenverhalten beim Fahren mit einem Anhänger.
Beim Reaktionstest konnten die Teilnehmer schnell erkennen, wie sie
sich beim Auftauchen einer gefährlichen Situation verhalten.
Die beiden Kraftfahrzeugmeister Sandra Kaspar und Manuel Dyka vom
ADAC demonstrierten, wie sich kleine Pannen erkennen und auch
beheben lassen. Wie geht die Motorhaube auf oder wo ist der
Wagenheber versteckt? Panik sei der schlechteste Radgeber, sagte
Groeschke. Es sei deshalb wichtig, im Notfall die richtige Nummer
parat zu haben.
Bei der Kreisfahrt merkten die Männer und Frauen sehr schnell die
Fliehkraft, die auf den Körper und auch auf das Fahrzeug wirkt. Bei
einer Vollbremsung sollten sie die Wirkung des ABS kennenlernen.
Das Bremsen auf glattem Untergrund ist nicht einfach. Auf einer
nassen Gleitfolie merkten die Senioren rasch, wie sie sich richtig
verhalten müssen. Dieser Untergrund entspricht dem von Glatteis,
sagte Groeschke.
“Ich wollte einmal sehen, wie ich reagiere und was ich noch kann”,
sagte Martin Korte (70 Jahre). So ein Angebot der Verkehrswacht muss
jeder Senior annehmen. Die 80-jährige Clarissa Kästner fährt selbst
mehrmals im Jahr zu ihrer Tochter in die Niederlande.
Die 780 Kilometer lange Strecke meistert sie nach ihren Angaben ohne
Probleme. “Ich will meine Fähigkeiten nicht überschätzen und teste
bei dieser Aktion was ich noch kann”. Beim Einparken kann ich noch
vieles verbessern, gab Gerhard Heymann (82) aus Weidach zu. Fit
fühlt sich auch eine andere 73-jährige Autofahrerin. “Ich wollte
mich einmal austesten, ob ich noch fit bin”.
Text: Desombre
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